Aktuelles
Umwelt trifft Architektur (Mai 2010)
Zur Erweiterung unseres Leistungsspektrums haben wir im Frühjahr 2010 eine Arbeitsgemeinschaft zwischen dem IFUA, Bielefeld und dem Architekturbüro kosel-architektur, Hameln gebildet. Dadurch sind wir nunmehr in der Lage, eine für diese Region wohl einzigartige Kombination der Bereiche Untersuchung / Begutachtung / Baubiologie und Architektur aus einer Hand anzubieten.
In den letzten Jahren hat eine rasante Entwicklung der im Bausektor eingesetzten Materialien stattgefunden. Zu der stetig wachsenden Anzahl von neuen Baustoffen kommen immer höhere Anforderungen des energiesparenden Bauens und Modernisierens hinzu.
Als Folge der daraus entstehenden mitunter sehr komplizierten Konstruktionen treten oftmals nicht zu unterschätzende Ausführungsmängel auf. Daraus können sich Bau- und Feuchteschäden, wie z.B. Schimmelbildung ergeben, die nicht selten gesundheitliche Auswirkungen haben.
Besonders in Gebäuden die vor den 1990er Jahren gebaut wurden, ist mit erhöhtem Vorkommen von flüchtigen Schadstoffen oder Fasern zu rechnen. Um die Art und Konzentration der Schadstoffe in den Gebäuden zu erfassen, werden vom Institut für Umwelt-Analyse die entsprechenden Messungen durchgeführt und bewertet. Anschließend erstellt - sofern erforderlich - das Architekturbüro kosel-architektur ein darauf abgestimmtes Sanierungskonzept.

Bodenfunktionskarten für Hannover fertig gestellt (März 2010)
Die Landeshauptstadt Hannover verfügte bislang nicht über fachgerechte Informationsgrundlagen zur Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes in der kommunalen Planung und Umweltprüfung. Die IFUA-Projekt-GmbH wurde daher damit beauftragt, in einem ersten Schritt ein Verfahren zur Bewertung der in Hannover relevanten Bodenfunktionen zu entwickeln und dieses in einem zweiten Schritt durch Erstellung von GIS-Karten umzusetzen. Die Ergebnisse des Gesamtvorhabens liegen jetzt vor.
Die Verfahrensentwicklung berücksichtigte die Bodenteilfunktionen "Lebensraum für Pflanzen" (Bewertungskriterien "natürliche Bodenfruchtbarkeit", "Biotopentwicklungspotenzial", "Naturnähe"), "Wasserhaushalt" (Bewertungskriterium "Wasserspeichervermögen") und "Archiv der Natur- und Kulturgeschichte" (Kriterien "geowissenschaftliche Bedeutung", "kulturgeschichtliche Bedeutung", "Seltenheit"). Es wurde auch eine Vorgehensweise zur zusammenfassenden Bewertung dieser Funktionen entwickelt, das Erkennen der Schutzwürdigkeit von Böden "auf einen Blick" ermöglicht. Ergänzend wurde ferner die Filterfunktion gegenüber Schwermetallen bewertet. Die Arbeiten wurden vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz sowie vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) fachlich begleitet.
Die Umsetzung des Verfahrens erfolgte in Kooperation mit dem für Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie der Universität Hannover. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde die "Bodenkundliche Stadtkarte Hannover" im Maßstab 1 : 25.000 so aktualisiert, aufbereitet und ergänzt, dass sie im LBEG als Grundlage zur Durchführung von Bodenfunktionsbewertungen mit Hilfe des Niedersächsischen Bodeninformationssystems (NIBIS) herangezogen werden konnte. In einer zweiten Diplomarbeit wurden umfangreiche Datenauswertungen zur Ermittlung der Naturnähe Hannoveraner Böden vorgenommen und eine entsprechende Ergebniskarte produziert. Für alle genannten Bewertungskriterien liegen nunmehr fünfstufige Ergebniskarten vor, aus denen die Schutzwürdigkeit der Böden in Hannover hervorgeht. Die zusammenfassende Bodenfunktionsbewertung und die Aufbereitung aller Karten als ArcGIS-Projekt wurde von der IFUA-Projekt-GmbH vorgenommen. Die Stadt Hannover verfügt somit nunmehr über ein geeignetes Instrument zur Berücksichtigung des vorsorgenden Bodenschutzes.

Schadstoffe und Radioaktivität in Hannover-List (August 2009)
Von 1861 bis 1902 betrieb der Chemiker Eugen de Haën im heute dicht bewohnten Hannover-List eine chemische Fabrik mit großer Produktpalette. Der betroffene Bereich ist etwa 50 ha groß. Die Auswertung alter Akten und erste Untersuchungsergebnisse wiesen darauf hin, dass in der Produktion neben vielen anderen Stoffen, wie Arsen, Antimon und Blei, auch radioaktive Elemente (Thorium und Uran) verwendet wurden. Die IFUA-Projekt-GmbH wurde vor diesem Hintergrund im Hinblick auf die Klärung des Altlastenverdachts seitens der Region Hannover mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen betraut.
Zur Information und Kommunikation mit Betroffenen wurden Faltblätter erstellt sowie Bürgerversammlungen durchgeführt. Im November 2008 wurde ein „Runder Tisch“ als institutionalisiertes Gremium zum Gedankenaustausch zwischen Projektbeteiligten und Betroffenen implementiert, der von der IFUA-Projekt-GmbH koordiniert und geleitet wird. Er tagte bis dato sechsmal.
Aufgrund der Komplexität der im Bereich der ehemaligen Chemiefabrik durchzuführenden Untersuchungen wurde die IFUA-Projekt-GmbH darüber hinaus mit der Projektsteuerung aller Arbeiten beauftragt. Diese umfasst die Koordination und Abstimmung in Bezug auf alle im Zusammenhang mit den radiologischen und chemischen Untersuchungen erforderlichen Schritte und Entscheidungsprozesse.
Frühzeitzig wurde aufgrund der Ergebnisse der Historischen Recherche und erster orientierender Messergebnisse erkannt, dass am Standort Schadstoffe zu bewerten sind, für die es in der BBodSchV keine Prüfwerte gibt. Für diese Schadstoffe wurden Prüfwertvorschläge abgeleitet (Barium, Bismut, Molybdän, Zinn, Uran und Thorium). Die gutachterliche Bearbeitung und Erstellung des Berichtes zur Detailuntersuchung für die chemischen Untersuchungen (Wirkungspfad Boden-Mensch) erfolgte durch die IFUA-Projekt-GmbH und zwar konkret durch die für dieses Sachgebiet nach § 18 BBodSchG hierfür anerkannten Mitarbeiter.
Nach Vorlage der Detailuntersuchung für die radiologischen und chemischen Messungen wurde auch ein zusammenfassender Bericht zur abschließenden Gefahrenbeurteilung erstellt, der sich explizit auch der Frage widmete, inwieweit die kombinierte Exposition von ionisierenden Strahlen und chemischen Noxen einer gesonderten Bewertung bedarf. Hierfür wurde ein konzeptioneller Vorschlag entwickelt.

Neue/r Mitarbeiter/in in der IFUA-Projekt-GmbH (Juli 2009)
Seit Juni 2009 wird unser Team durch zwei neue wissenschaftliche Mitarbeiter in den Arbeitsbereichen Bodenschutz, Altlasten und Sanierung tatkräftig unterstützt durch Dominik Rzeha (Dipl. Umweltwiss.) und Susanne Hell (Dipl.-Ing. Bodenwissenschaften).

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